nextbike BikeSharing -meine „Erfahrung“

Ich nutze sporadisch „DB Call a Bike“ und „nextbike„, zum BikeSharing, vorzugsweise auf Reisen. Als regelmäßigen urbanen Nutzer des BikeSharings sehe ich mich nicht.

Meistens nehme ich auf Reisen mein Brompton Faltrad oder den Swifty One Faltroller mit. Nicht immer ist das sinnvoll und möglich, dann greife ich gerne auf die beiden großen Fahrrad Verleiher zurück.

Um es vorweg zu nehmen, ich bin mit beiden Anbietern überwiegend zufrieden, mit den asiatischen Anbietern habe ich mich nicht befasst und strebe es auch nicht an, denn deren Räder sind für mich persönlich inakzeptabel, ohne Schaltung und mit Vollgummireifen ohne Fahrspaß, darauf verzichte ich gerne.

Hier Beispiele solcher Räder von Mobike und BYKE.

 

Zurück zu meinem BikeSharing. Soweit möglich, nutze ich bevorzugt die DB Call a Bike Räder, denn deren Qualität überzeugt mich, der Fahrkomfort und Alltagsnutzen ist ausgezeichnet. Einen etwas faden Beigeschmack hat für mich dabei Berlin, denn hier ist die Deutsche Bahn zu einem stationsbasierten System übergegangen, ich kann die Räder dort also nicht mehr frei im Geschäftsgebiet abstellen, ohne einen Strafgebühr dafür zu bezahlen.

Hier schließt sich nun der Bogen zu meinem heutigen Beitrag und zu „nextbike„, resultierend aus einigen Anmietungen in Leipzig. In Leipzig sah ich die Notwendigkeit, mich bei „nextbike“ anzumelden, denn DB Call a Bike bietet dort keine Leihräder an.

nextbike Leihrad Miethinweise am vorderen Gepäckträger
Foto: VeloKickRun (Martin Lichtblau)

Die Anmeldung als neuer Kunde gelang mir sehr einfach über die IOS App, die mich durch die Anmeldung führte, beginnend mit der Abfrage meiner Mobilfunknummer. Als Zahlungsmittel hinterlegte ich Paypal und nextbike buchte dort auch gleich einen Euro Startguthaben ab, den ich dann auch gleich in erste Ausfahrten umsetzte.

Positiv fiel mir auf, dass nextbike keine Anmeldegebühr und keine Kaution verlangt, damit sind die nextbike Leihräder auch für Gastnutzer interessant, beispielsweise einmalig auf Städtereisen. Regelmäßige Nutzer, beispielsweise Pendler, können über ein Jahresabo auch einen attraktiveren Tarif wählen. Mir persönlich genügt, wie auch bei DB Call a Bike, der Basistarif, ich miete eher selten ein Rad.

nextbike kommt aus Leipzig und hat das Leihrad System auf viele Städte und Länder ausgeweitet. Exemplarisch für Leipzig könnt ihr hier das Geschäftsgebiet einsehen, ebenso die Tarife.

Ich habe für alle Fahrten 3-Gang Räder genutzt, sie überwiegen in der Stadt. Ausgestattet mit der Shimano Nexus Inter 3 Nabenschaltung, sind die Räder recht alltagstauglich, die Gangsprünge sind mit >30% recht groß, um eine Bandbreite von 186% zu erreichen. Dennoch, ich fahre die 3-Gang Naben gerne, vergleichbare Sturmey Archer Naben habe ich an meinem Hollandrad und am Brompton Faltrad und damit fahre ich auch Anstiege und längere Ausfahrten.

Weniger ansprechend finde ich an den von mir gefahrenen nextbike Leihräder die Shimano Rollerbrake Bremsen vorne und hinten. Sie sind bei Leihrädern sehr verbreitet, da sehr wartungsarm und witterungsunabhängig. Von Nachteil ist die mäßige Standfestigkeit bei Dauerbelastung, sei es auf langen Abfahrten, oder mit schwerem Gepäck. Dennoch, in der urbanen Nutzung haben sich die Rollenbremsen, wie man sie auch nennt, durchaus bewährt. Ich möchte sie an meinen eigenen Rädern nicht haben, am Leihrad kann ich mich damit arrangieren.

LED Lampen sorgen, in Verbindung mit dem Nabendynamo für angemessenes Licht, es schalte sich bei Dämmerung auch automatisch ein, dazu eine Standautomatik. Die eine oder andere Fahrt unternahm ich bei Dunkelheit, teilweise über unbeleuchtete Wege, die am Rad montierte Beleuchtung genügte hier vollkommen, für ein Stadtrad.

nextbike bei Nacht gut beleuchtet (LED Standlicht)
Foto: VeloKickRun (Martin Lichtblau)

Die nextbike ECOBikes, so werden die 3-Gang Räder genannt, erscheinen mir sehr zweckmäßig. Ich habe verschiedene Räder dieses Typs benutzt, alle waren in einem guten und verkehrssicheren Zustand, die Reifen aufgepumpt, Beleuchtung, Bremsen und Schaltung in Ordnung. Den vorderen Gepäckträger habe ich hier und da für einen 55cm IATA Koffertrolley benutzt.  Die Spanngummis am Gepäckträger sind leider etwas kurz, ich konnte den Koffer an den Rädern und am Griff etwas verzurren, für holprige Strecken genügte das leider nicht, hier und da musste ich den Koffersitz im Gepäckträger etwas korrigieren. Hinzu kommt, die knapp 8kg Gewicht des Koffers beeinflussten das Lenkverhalten gravierende, denn der Gepäckträger hängt an der Lenkung.

nextbike Leihrad in Leipzig mit einem Koffer auf dem Gepäckträger
Foto: VeloKickRun (Martin Lichtblau)

 

DB Call a Bike / Lidl Bike hat den Gepäckträger meiner Meinung nach besser gelöst, denn er befindet sich hinten und belastet damit nicht direkt das Fahrverhalten an der Lenkung.

Es gibt sicher auch gute Gründe den Gepäckträger vorne zu montieren, ich setze bei meinem Hollandrad auch darauf, doch da beeinflusst der Gepäckträger nicht die Lenkung, er hängt am Rahmen. Bei dieser Bauform können höhere Gepäckstücke die Lenkung einschränken, der Lenker schlägt dann am Gepäck an. Die ultimative Lösung gibt es offensichtlich nicht.

VanMoof SmartBike 3-Speed mit Frontgepäckträger
Foto: VeloKickRun (Martin Lichtblau)

 

Tja, dies zu den Rädern an sich, doch wie kann man sie nutzen, wie rechnet nextbike die Nutzung ab?

Per App ist die Handhabung ungemein einfach, ich kann hierbei jedoch nur für die IOS Version auf einem iPhone sprechen, die Android Variante kenne ich nicht.

1. Nextbike App (IOS) Darstellung einer abgeschlossenen Fahrt
Foto: Screenshot der nextbike IOS App

Das Bild zeigt eine abgerechnete Fahrt, zugegeben, eine sehr kurze Fahrt. doch sie soll nur als Beispiel dienen.

Die Räder sind über eine einmalige Nummer eindeutig identifizierbar, ebenso wird auch der Typ angegeben, hier ein „ECObike“, also die 3-Gang Version. Es folgt der Zeitstempel der Anmietung und ebenso der der Rückgabe, daraus berechnet sich folglich die Mietdauer. Durch den hinterlegten Tarif, bei mir ist es der Basistarif, ergibt sich der Preis, hier 1,00€. Wenn man es zur eigenen Dokumentation benötigt, beispielsweise für geschäftliche Nutzung, kann man die Miete „geschäftlich“ markieren, ich benötige das nicht. In meinem Tarif kosten 30min 1€, abgerechnet wird in begonnenen 30min Blöcken. Nutzt man das Rad länger, gibt es natürlich attraktivere Stunden- oder Tagespauschalen. Bei DB Call a Bike hatte ich das schon gelegentlich, bei nextbike ergab es sich mangels Gelegenheit noch nicht.

Übrigens, die App ist natürlich nicht grundsätzlich englisch, sie adaptiert sich an die eingestellte Systemsprache des Mobiltelefons, die bei mir englisch ist.

Bevor man ein Rad ausleiht, sollte man bedenken, dass es innerhalb des Geschäftsgebiets zurückgegeben werden muss, andernfalls fallen Zusatzkosten an, denn nextbike muss dann das Rad wieder in das Geschäftsgebiet bringen. Ich habe auch schon gehört, dass nextbike mit Transportern unterwegs ist, um Räder umzusetzen, wenn beispielsweise an einem Ort viele stehen und in anderen Stadtteilen keine mehr sind. Es ist ja ein free floating System, die Räder haben also keinen festen Standplatz, sind also nicht stationsbasiert. Der Kunden nimmt das Rad wo es steht, fährt damit und stellt es irgendwo im Geschäftsgebiet wieder ab.

Die beiden Screenshots der IOS App zeigen ein kleines Manko des Systems, die Positionsgenauigkeit der Räder.

Die bunt eingefärbte Fläche ist das Geschäftsgebiet, in dem die Räder kostenfrei zurückgegeben werden können. Der Zuschnitt erscheint etwas seltsam, kennt man jedoch die Örtlichkeiten, löst sich das Rätsel manchmal. Hier im Beispiel sind zwar auch Wohnbezirke ausgenommen, überwiegend sind die fehlenden Flächen aber Schrebergärten, Brachland etc.

Im linken Bild zeigt der blaue Punkt meinen Standort, also den vom iPhone ermittelten. Ganz präzise ist er nicht, den ich stehe tatsächlich an der Straßenecke mit dem grünen Kreuz. Gegenüber liegt das Hotel Adler, mein Ziel. Ich wollte das Rad natürlich im Geschäftsgebiet abstellen, so stelle ich es nicht vor das Hotel, sondern an die Straßenecke, möglichst weit im Geschäftsgebiet, also an dem grünen Kreuz, meinem Standort.

Die App positioniert das Rad deutlich rechts abseits, noch hinter dem Hotel Adler, mitten in der Häuserzeile. Eine Minute später schaute ich mir die App erneut an, wie das rechts Bild zeigt. Das Bild zeigt in der Übersicht auch benachbarte Räder, die ebenso außerhalb des Geschäftsgebiets abgestellt wurden. Das Rad 39014, unterhalb von meinem abgestellt, sah ich stehen, es stand direkt an der Straße, auch auch knapp innerhalb des Geschäftsgebiets, es wurde auch falsch lokalisiert.

Ja wo laufen sie denn, ja wo stehen sie denn, also die Leihräder? Das linke Bild zeigt es, ausschnittsweise, natürlich nur die verfügbaren Räder, also die freien. Die Anzeige beginnt immer mit dem eigenen Standort, diesen kann man dann aber beliebig verschieben, um beispielsweise die Verfügbarkeit von Leihrädern in einer anderen Region zu betrachten.

Tippt man ein Rad in der Übersicht an, wird es im Detail angezeigt, wie das rechte Bild zeigt. Der Typ wird angezeigt, hier ist es das 3-Gang Rad, sowie der Standort frei platziert, oder an einer Station.

Die von mir genutzten Räder waren mit einem Rahmenschloss gesichert, es ist elektronisch gesteuert. Ich nehme an, dass sich darin ein GPS Empfänger zur Positionsbestimmung und ein Mobilfunkmodem für die Datenübertragung zur Buchungszentrale befindet. Damit könnte das Rad seine Position melden und bei genehmigten Buchungen kann die Steuerung das Schloss freigeben. Um das Rad abzuschließen, temporär als Parkvorgang, wie auch zur Beendigung der Miete, wählt man die entsprechende Option in der App und drückt den Schließbügel am rot markierten Hebel zu.

Zurück zur Buchung, man startet die Buchung in der App und wird dann aufgefordert den QR-Code am Rad zu scannen, damit lässt sich die Buchung startet und das Schloss wird freigegeben.

Das Bild links oben zeigt die gestartete Miete in der App.

Das Bild darunter, also links unten, zeigt zu jeder Zeit den Status der Buchung, also ob sie läuft oder pausiert, ebenso auch die Mietdauer.

8. Nextbike App (IOS) Darstellung  der aktuellen Anmietung zum Abschluss oder Parken
Foto: Screenshot der nextbike IOS App

Mit diesem Bild komme ich dann mal konkret zur Beendigung der Miete, ersatzweise kann man das Rad auch parken. Parkt man das Rad, läuft der Mietpreis weiter, man stellt aber sicher, dass man das Rad, beispielsweise nach einem Einkauf, weiter nutzen kann.

Bevor man die Miete beendet, kann man mit der Karte in der App erkennen, ob man sich  im Geschäftsgebiet befindet. Hier im Beispiel ist es knapp, aber ich bin im Geschäftsgebiet. Nach der Beendigung der Miete änderte sich das leider, um diese Information vorweg zu nehmen.

Die App ist recht selbsterklärend, meiner Meinung nach.

Egal ob das Rad geparkt, oder die Miete beendet wird, man wählt die Funktion in der App und folgt den Anweisungen der App. Die App fordert dann auf, an dem Rahmenschloss den Bedienhebel zu schließen, weniger später wird das von der App bestätigt. Ich unterstelle dabei, dass das Schloss per Mobilfunk mit dem Buchungsserver kommuniziert.

9. Nextbike App (IOS) Darstellung der aktuellen Rückgabe an einer Ecke im Grenzgebiet
Foto: Screenshot der nextbike IOS App, manuell rot korrigiert durch VeloKickRun (Martin Lichtblau)

Hier im Bild ist eine fast korrekt platzierte Rückgabe zu sehen. Ich stellte das Rad am Ziel wieder an einer Ecke des Geschäftsgebiets ab, analog zum vorherigen Beispiel. Ich habe fast den Eindruck, dass die Positionierung in der Nähe des Hotels Adler immer scheitert, in einem anderen Stadtteil aber eben nicht. Seht hierzu das folgende Beispiel:

Im linken Bild seht ihr die Rückgabe des Rads am Abend, um 21:53 Uhr. Es war wieder die bekannte Straßenecke vor dem Hotel Adler. Der rote Punkt markiert meinen tatsächlichen Standpunkt, der blaue Punkt die Ortung des Smartphones. Die App zeigt das Rad deutlich weiter nördlich am benachbarten Bahnhof an, natürlich wieder außerhalb des Geschäftsgebiet, in das ich das Rad ja gestellt hatte.

Das rechte Bild zeigt das gleiche Rad am nächsten Morgen um 8:53 Uhr, jetzt stimmt die Position in der App recht präzise. Vermutlich hat nextbike den Standort korrigiert, oder das Fernüberwachungssystem kontrolliert immer mal wieder den Standort und korrigiert ihn nötigenfalls.

Ich habe das Rad dann für die nächste Fahrt wieder genutzt.

Nextbike App (IOS) Buchungshistorie
Foto: Screenshot der nextbike IOS App

Ja gut, soweit zur Nutzung der Räder, die Buchungsübersicht kann man dann der App entnehmen. Der aufmerksame Beobachter erkennt, hier passen einige Preise nicht zur Nutzungsdauer. 30min kosten 1€, die Übersicht zeigt jedoch überwiegend 2€, darin enthalten ist der Zuschlag für die Abstellung außerhalb des Geschäftsgebiets.

Ich hatte die Fehlberechnung nextbike gemeldet und um Korrektur gebeten. Beantwortet wurde meine Anfrage leider nicht, die Abrechnung wurde aber korrigiert.

Die zeitweise kleinen Mängel der Positionsbestimmung im „Grenzgebiet“ sind unschön, schmälern aber nicht meine sonst sehr positive Erfahrung.

 

Pro

  • meinem Eindruck nach ein zuverlässiger Dienstleister / Vermieter
  • keine nennenswerte Einstiegshürden für Neukunden
  • keine Kaution und keine Anmeldegebühr erforderlich
  • keine Grundbetrag, man bezahlt nur die Nutzung, keine regelmäßige Grundgebühr
  • übersichtliche App, weitgehend selbsterklärend
  • free floating system, die Räder können also auch frei abgestellt werden
  • klar definiertes Geschäftsgebiet
  • annehmbare Tarife, die decken verschiedene Kundenbedürfnisse ab
  • wertige und bequeme Stadträder mit Gangschaltung, Gepäckträger, LED Licht und Standlicht, zuverlässige Bremsen
  • die Räder sind gut gewartet und verkehrssicher
  • einfach zu handhabendes Schloss, elegantere Lösung als bei DB Call a Bike / Lidl Bike
  • griffige und recht pannensichere 50er Schwalbe City Reifen
  • Sattel zweckmäßig und bequem, einfache Sitzenhöheneinstellung

 

Contra

  • manchmal wäre ein größeres Angebot an 7-/8-Gang Rädern schöner
  • zeitweise unpräzise Standortbestimmung, die zum Mietende einen Zuschlag berechnet (außerhalb des Geschäftsgebiets)
  • mir würde ein Heckgepäckträger mehr zusagen, als der verbaute Frontträger
  • genial wäre noch ein USB Ladeport am Lenker, um über den Nabendynamo ein Smartphone etwas nachladen zu können

 

Dieser Beitrag kann nach der DSGVO als Werbung verstanden werden, ich muss daher an dieser Stelle darauf hinweisen.

Sollte dieser Beitrag als Werbung verstanden werden, stelle ich klar, meine Beiträge als persönlichen privaten Kommentar / Meinung zu verstehen, etwaige Werbung ist nicht beabsichtigt. Auf die Nennung von Marken und Produkten kann nicht immer verzichtet werden. Ich betreibe mein BLOG rein privat als Hobby, es verfolgt keinerlei kommerzielle Interessen. Sollte eine externe Unterstützung gegeben sein, beispielsweise durch zugelieferte Texte, Produkt Leihgaben, oder andere Dinge, weise ich selbstverständlich klar und deutlich darauf hin.

Werbeanzeigen

Leihräder in China: Massenhaft schrottreife Drahtesel | tagesschau.de

Die Leihradblase – in China droht sie zu platzen. Schrottreife Drahtesel gehören zum Straßenbild. Die Kunden sind sauer und wollen ihr Geld zurück. Von Benjamin Eyssel.
— Read on www.tagesschau.de/wirtschaft/leihfahrrad-china-101.html

 

In Berlin sind mir Leihräder der Anbieter BYKE und Mobike aufgefallen:

Bei Anbieter sprechen mich persönlich nicht an, denn die Räder sind mir zu spartanisch ausgestattet und ich habe Zweifel an der Zuverlässigkeit der Anbieter an sich. Es mag nur meine persönliche Einschätzung sein, oder auch nicht, wenn ich nun den Tagesschau Beitrag lese…

Um ehrlich zu sein, sehr gerne hätte ich beide Räder mal zur Probe gefahren, hätte „erfahren“ wollen, wie sie so ein relativ schwergängiges Vollgummirad fährt. Ohne die Anmeldung als Kunde geht es das leider nicht und ich möchte mich bei diesen Anbietern nicht anmelden, mich auch nicht mit deren AGBs befassen.

Zu DB Call a Bike und Nextbike habe ich Vertrauen, mit beiden hatte ich nie Probleme, wobei ich Nextbike erst in diesem Jahr für mich entdeckte, in Leipzig.

Zurück zum Beitrag der Tagesschau.

Tja, es war fast absehbar, Anzeichen dafür gab es bereit mehr als genug. Wenn es sich ergibt, nutze ich auch gerne Leihräder, beschränke mich dabei aber auf die Anbieter Deutsche Bahn Call a Bike und Nextbike. Beide Betreiber wirken auf mich persönlich sehr seriös und die Räder fahren sich wirklich gut, sie sind vergleichsweise robust und hochwertig konstruiert, mit Gangschaltung und zuverlässiger Beleuchtung, sowie zweckmäßiger pannenfreundlicher Bereifung.

Durch den Bericht der „Tagesschau“ frage ich mich, ob eine Stadt die Räder eines insolventen Vermieters entsorgen/beseitigen darf. Sie gehören immer noch dem Verleiher, oder dessen Gläubigern. Ich würde die Räder nicht ohne Freigabe der Eigentümer abräumen, denn ich würde als es Diebstahl werten.

Dennoch, dieser Schrott gehört nicht ins Stadtbild, viele Städte werden durch solche Räder regelrecht vermüllt. Kann man das nicht auch über Gestattungen oder Konzessionen regeln? Berlin hat das so gemacht, eben deshalb gab es auch einen Wechsel von DB Call a Bike zu Nextbike, wobei Call a Bike noch als Lidl Bike Räder in der Stadt hat. Ganz verstehe ich das nicht, muss ich auch nicht, denn ich nutze beide Systeme und tue er gerne.

nextbike Leihrad in Leipzig mit einem Koffer auf dem Gepäckträger
Foto: VeloKickRun (Martin Lichtblau)

Exemplarisch für die „wertigen“ Leihräder zeigt das Bild hier ein Nextbike 3-Gang Leihrad in Leipzig. Der vordere Gepäckträger nimmt gerade noch einen 55cm IATA Koffer auf.

Lidl-Bike 7-Gang Nexus Schaltung
Foto: VeloKickRun (Martin Lichtblau)

In Berlin verleiht DB Call a Bike seine Räder als Lidl Bike. Die Räder haben eine 7-Gang Nexus Nabenschaltung und fahren sich wirklich gut, sie sind absolut alltagstauglich. Etwas stören empfinde ich den Lenker, denn ich kann hier nun nicht mehr mittels „Finn“ mein Smartphone oder Navigationsdisplay anbringen.

 

DB Call a Bike mit 7-Gang Nabenschaltung
Foto: VeloKickRun (Martin Lichtblau)

Das Bild zeigt ein DB Call a Bike Leihrad, mit 7-Gang Nabenschaltung. Die Aufnahme entstand vor Jahren am Tempelhofes Feld in Berlin, bevor die Räder auf die Lidl Bikes umgestellt wurden. Ein absolut alltagstaugliches Rad, ich hatte damit eine längere Radtour durch Berlin unternommen.

Dieser Beitrag kann nach der DSGVO als Werbung verstanden werden, ich muss daher an dieser Stelle darauf hinweisen.

Sollte dieser Beitrag als Werbung verstanden werden, stelle ich klar, meine Beiträge als persönlichen privaten Kommentar / Meinung zu verstehen, etwaige Werbung ist nicht beabsichtigt. Auf die Nennung von Marken und Produkten kann nicht immer verzichtet werden. Ich betreibe mein BLOG rein privat als Hobby, es verfolgt keinerlei kommerzielle Interessen. Sollte eine externe Unterstützung gegeben sein, beispielsweise durch zugelieferte Texte, Produkt Leihgaben, oder andere Dinge, weise ich selbstverständlich klar und deutlich darauf hin.

Das Fixie, Hype, oder sinnvoll?

Warum fährt man Fixie? Eine gute Frage, sie ist nicht einfach zu beantworten. Die meisten wählen ein Singlespeed Rad, also ein Rad ohne Schaltung, aber mit Freilauf. Die Fahrt damit ist weniger gewöhnungsbedürftig als der starre Antrieb des Fixies, also der Verzicht auf den Freilauf.

Fixie Flip-Flop Nabe
Die Flip-Flop Nabe am hinteren Laufrad des Schindelhauer Viktor Fixies. Montiert ist hier der starre Antrieb, auf dem der Gates Carbon Riemen läuft. Dreht man das Hinterrad um und setzt auf der anderen Seite der Nabe das Ritzel an, fährt man mit Freilauf.

Viele hintere Laufräder lassen sich umdrehen, auf der einen Seite haben sie einen Freilauf, auf der anderen Seite eine starre Nabe. Nutzt man die starre Nabe, ist die Kurbel mit den Pedalen immer fest an das Hinterrad gebunden, man kann das Rad ohne Pedalumdrehung nicht frei rollen lassen. Das klingt nicht dramatisch, wenn man es jedoch nicht gewohnt ist, bekommt man schnell große Probleme, selbst ohne Klickpedale oder Pedalhaken.

So war das auch bei meinem Fixie, ich fuhr es mit starrer Nabe und vorderer Bremse, während ich hinten durch Gegendruck in die Pedale etwas bremste, wenn es klappte. Viel Bremswirkung erzielte ich damit am Hinterrad nicht, aber es genügte.

Hinsichtlich der Straßenverkehrsordnung gibt es leider keine einheitliche Haltung dazu, wie ein Fixie korrekt zu bremsen ist. Im Gesetz sind zwei voneinander unabhängige Vorrichtungen zur Verzögerung gefordert. Man denkt dabei natürlich an die klassische Bremse, als Scheibenbremse, oder auch als Felgenbremse, während es früher ja auch Stempelbremsen gab. Die Bremsleistung ist mehr oder weniger stark, je nach Bauform. Man kann aber eben auch über die Pedale das Rad verzögern, hier am Hinterrad, während man vorne beispielsweise eine Felgenbremse hat. Ich empfehle hier unbedingt, wenigstens die vordere Bremse am Rad zu haben, ausschließlich die Pedale zu nutzen halte ich für zu gefährlich.

Hauptsächlich bremste ich mit der vorderen Felgenbremse. Möglicherweise bin ich zu ungeschickt, ein Fixie rein über die Pedale am Hinterrad zu bremsen, nötigenfalls mit blockiertem Hinterrad, ich strebte es niemals an. Viele können das und sie können das richtig gut, ganz im Gegensatz zu mir 🙂

Es kam selten zu Gelegenheiten, wo ich vor Schreck die Füßen von den Pedalen nahm, während der Fahrt bekam ich se dann kaum mehr wieder auf die Pedale, denn diese drehen sich möglicherweise flott und lassen sich so nicht mehr treffen. Man gewöhnt sich daran, früher oder später, vielleicht denkt man dann sogar über Klickpedal oder Pedalhaken nach. Mich führte es zu letzteren.

Hakenpedal an einem Fixie
An meinem Fixie fahre ich Hakenpedale, hier von Schindelhauer. Die griffigen Plattform Pedal sind an diesem Rad Serienausstattung, die Pedelhaken mit den Lederriemchen lassen sich leicht ergänzen. Ich fahre die Pedale mit Quoc Pham Lederschuhen, die sind sehr schmal geschnitten und passen gut zu den Pedalen.

Die serienmäßigen Schindelhauer Plattformpedale sind sehr griffig, so griffig, dass ich damit auch mein VanMoof Hollandrad ausgestattet habe.

Schindelhauer bietet für diese Pedale als Option Pedalhaken an, man kann sie nachträglich leicht montieren, mit zwei kleinen Schrauben. Zum Pedalhaken gehört auch ein Lederriemen, mit dem man dann den Haken schön stramm an die Schuhe zieht. Ich habe das nicht getan, die Riemen nur so weit angezogen, dass ich den Schuh nach einfädeln und auch auch wieder abziehen konnte.

Das Rad selbst fährt sich unglaublich direkt und vermittelt ein puristisches Fahrgefühl, es eignet sich jedoch nur für leicht hügelige, oder doch eher ebene Strecken. Einmal in Schwung gebracht, läuft es sehr flott und ist auch ein gutes Krafttraining für die Beine. Als alleiniges Rad hätte mir mein Fixie nicht genügt und im öffentlichen Verkehr, also auf der Straße, ohnehin nicht. Ich fuhr mein Fixie im Winter drinnen auf der freien Rolle und sonst draußen auf asphaltierten Feld- und Radwegen. Auf 11km Strecke waren rund 80 Höhenmeter zu überwinden, auf dem Rückweg natürlich weniger, in Summe etwa 110 Höhenmeter, auf der Hausstrecke hin und her. Ich fuhr mein Fixie recht viel und trainierte damit auch gerne die Trittfrequenz, sowohl niedrig mit viel Kraft am Anstieg, wie auch recht hohe Frequenzen von bis zu 140 Umdrehungen an leichten Gefällstrecken.

Fixie Schindelhauer Viktor
Fixie Schindelhauer „Viktor“, mit einem Gates Carbon Riemen Antrieb

Die Schindelhauer Räder sprechen mich sehr an, die Formensprache ist klassisch sportlich elegant, die Verarbeitung sehr hochwertig, was sich letztlich auch im Preis abzeichnet. Ich habe mein Fixie in einem recht neuwertigen Zustand gebraucht erworben und ebenso dann auch wieder in gute Hände abgegeben.

Überwiegend werden Fixies sicherlich im Alltag gefahren, auf der Straße, insbesondere in den Städten. Mein Fixie hingegen sah ich als reines Sportgerät an, wie auch überwiegend die anderen Räder in meinem Fuhrpark.

Probiert es mal aus, vielleicht am Anfang besser als Singlespeed Rad mit Freilauf, ich hatte jedoch von Anfang an die starre Nabe gewählt und es sprach mich sehr an.

Meine Fixie war eine moderne Interpretation dieser Rad Gattung, fast lieber sehe ich aber die „alten“ Räder, die ein zweites Leben als Vintage Renner oder Fixie bekommen, mit viel Liebe neu aufgebaut, restauriert.

 

Dieser Beitrag kann nach der DSGVO als Werbung verstanden werden, ich muss daher an dieser Stelle darauf hinweisen.

Sollte dieser Beitrag als Werbung verstanden werden, stelle ich klar, meine Beiträge als persönlichen privaten Kommentar / Meinung zu verstehen, etwaige Werbung ist nicht beabsichtigt. Auf die Nennung von Marken und Produkten kann nicht immer verzichtet werden. Ich betreibe mein BLOG rein privat als Hobby, es verfolgt keinerlei kommerzielle Interessen. Sollte eine externe Unterstützung gegeben sein, beispielsweise durch zugelieferte Texte, Produkt Leihgaben, oder andere Dinge, weise ich selbstverständlich klar und deutlich darauf hin.