Höhlenfotografie Workshop – Tipps und Tricks für Stativ und Kamera

Höhlenfotografie leicht gemacht

Heute greife ich ein Thema außerhalb des Sports auf, die Fotografie, die ich auch etwas als Hobby betreibe.

Ein besonders ambitionierter Fotograf bin ich sicherlich nicht, über etwas Erfahrung verfüge ich jedoch schon. Wie dem auch sei, ich probiere gerne mal etwas aus und nun war es ein zweiter Anlauf der Höhlenfotografie. Schon im Herbst des Jahres 2016 fotografierte ich bei Breitscheid in der Herbstlabyrinth Schauhöhle, im Herbst 2018 wiederholte ich das.

Ich hatte bei meinem ersten Versuch einige Erfahrungen gemacht, die ich nun ausbauen konnte, jedoch nicht perfektionierte. Mit anderen Worten, ich kann einen weiteren Workshop gut gebrauchen, zur Feinjustage.

Die Ausgangslage

Höhlen sind überwiegend kühl bis kalt, mit unebenen und teilweise auch glitschigen Böden, sowie meistens auch recht dunkel, zumindest die von mir besuchten. Hier und da können Höhlen auch sehr gedrungen sein, eng und verwinkelt, auch damit sollte man umgehend können, Stichwort Raumangst (Klaustrophobie).

Daraus resultiert eine Herausforderung für den Besucher der Höhle, wie auch für die Fotoausrüstung, sofern die Mitnahme in die Höhle gestattet ist, was für diesen Beitrag unverzichtbar erscheint.

Es versteht sich möglicherweise von selbst, falls nicht, nehmt bitte ein solides 3-Bein Stativ mit, ob mit Kugelkopf und Neiger bleibt der persönlichen Vorliebe überlassen. Ohne ein Stativ werden die Ergebnisse mäßig sein, so sammelte ich erste Eindrücke anläßlich einer Wanderung mit dem Besuch der Höhle, ich hatte nur die Kamera dabei.

Zugang zur Schauhöhle Herbstlabyrinth über 125 Stufen, etwas Grundkondition ist empfehlenswert
Zugang zur Schauhöhle Herbstlabyrinth, 125 Stufen, Foto: VeloKickRun (Martin Lichtblau) 2018

Der Zugang zu einer Höhle kann durch lange Wege oder lange steile Treppen erfolgen, hierfür muss eine gewisse physische Grundkondition gegeben sein. Im konkreten Beispiel Breitscheid sind es 125 recht steile Stufen. Hinab geht es noch, doch man steigt sie später auch wieder hinauf…

Die persönliche Vorbereitung der Kleidung

Robuste warme Kleidung ist empfehlenswert, rechnet mit deren Verschmutzung und geht von Temperaturen um 5-8 Grad aus, eher kälter den wärmer. Die Kälte geht auf Dauer „in die Knochen“, eine Winterjacke oder eine zusätzliche Fleece Lage sind sinnvoll. Im konkreten Beispiel seit ihr rund zwei Stunden in der Höhle.

Beim Schuhwerk sind Wanderstiefel oder Trekking Halbschuhe empfehlenswert, mit einer griffigen Sohle. Lauft ihr nicht wie hier auf installieren Stegen, kommt auf unebenen Naturböden noch eine gute Abstützung des Fußes hinzu. Mir fällt hier beispielsweise die Barbarossahöhle am Kyffhäuser im Harz ein.

Eine Mütze und Handschuhe sind meiner Meinung nach nicht erforderlich, nicht in den mir bekannten Höhle zwischen dem Harz und dem Westerwald. Gleiches gilt für Helme, wobei man auf den Kopf immer aufpassen sollten, insbesondere dann, wenn man etwas größer ist.

Mein kleiner Kamerarucksack Lowepro Flipside 200 mit dem Manfrotto MT190XPRO4 Stativ mit MHXPRO-3W Kopf. Im Rucksack die D500 mit den Optiken: 85mm, 35mm, 10,5mm und 16-85mm
Mein kleiner Kamerarucksack Lowepro Flipside 200 mit dem Manfrotto MT190XPRO4 Stativ mit MHXPRO-3W Kopf. Im Rucksack die D500 mit den Optiken: 85mm, 35mm, 10,5mm und 16-85mm, Foto: VeloKickRun (Martin Lichtblau) 2018

Begrenzt die Ausrüstung bitte auf ein sinnvolles und notwendiges Maß. Höhlen sind manchmal eng und verschlungen, zudem besteht die Gefahr, mit Taschen, Wanderstöcken, Stativen etc. die Höhle zu beschädigen, beispielsweise durch Anschlagen an Tropfsteine. Die meisten Höhlen verbieten die Mitnahme von Gepäck, aus guten und nachvollziehbaren Gründen, wie ich finde. Doch es gibt Ausnahmen, beispielsweise die Foto Workshops in der Schaulandhöhle Herbstlabyrinth in Breitscheid (Hessen), die 1-2 mal im Jahr stattfinden. Infos zu den Terminen gibt es auf der Website der Gemeinde Breitscheid zur Höhle, in der Rubrik „Konzerte und Events„.

Der Höhlenfotografie-Workshop

Ich habe nun zum zweiten mal diesen Foto Workshop in der Schaulandhöhle Herbstlabyrinth in Breitscheid besucht und kann ihn sehr empfehlen, auch eine weitere Anreise lohnt sich, wie ich meine. Ihr seit hier etwa zwei Stunden in der Höhle und habt damit ausreichend Zeit Motive zu suchen und im Bild einzufangen. Wer friert, oder bereits ausreichend fotografiert hat, kann auch vorzeitig die Höhle verlassen. Ich hoffe jedoch, dass die Veranstaltung so kurzweilig und spannend ist, dass ihr die Zeit ausschöpft.

Betreuung durch erfahrene Fotografen

Betreut werdet ihr, wenn ihr es wünscht, von mindestens einem ambitionierten Fotografen. Bei mir war das diesmal Helmut Weller, der wieder sehr kompetent und beratend zur Seite stand. Er brachte auch Leihstative mit, denn hier und da vergisst ein Teilnehmer sein Stativ, garantiert wird ein Leihstativ natürlich nicht, man sollte sich nicht darauf verlassen. Zu meiner persönlichen Packliste später mehr.

Ebenso ist es möglich, ganz alleine Aufnahmen zu machen, eine Beratung wird nicht aufgedrängt. Einsteiger werden ganz besonders intensiv betreut, ich persönlich lerne am besten durch praktizierte Erfahrung, in Versuchsreihen. Wertvoll ist mir persönlich auch der Kontakt zu Gleichgesinnten. Die Runde vor zwei Jahren war etwas distanzierter, eine größeren Gruppe. Nun waren wir nur sieben Teilnehmer und fanden schneller und direkter zueinander, hier und da auch auf der „Du Ebene“. Manche waren zum ersten mal hier, andere „Wiederholungstäter“, so wie ich.

Einführende Hinweis zum Aufenthalt in der Höhle

Bevor wir in die Höhle „einfuhren„, so sagt man im Bergbau, also hinab stiegen, bekamen wir die übliche Einweisung im Besucherzentrum. Wer zum ersten mal dabei ist, kann hier viel mitnehmen, wer das Prozedere schon kennt, kann spezielle Impulse aufnehmen. Bei mir war das beispielsweise die Farbtemperatur, mit der ich beim letzten letzten Workshop durch den automatischen Weißabgleich der Kamera mäßige Ergebnisse erzielte, doch dazu später mehr.

Nun möchte man die Zeit des Workshops am liebsten in der Höhle selbst verbringen, so ist eine kleine Vorbereitung Zuhause durchaus empfehlenswert. Manche Veranstalter geben dazu auf deren Websites Hinweise, falls nicht, schöpft gerne an dieser Stelle von meinen Erfahrungen.

Verhaltenshinweise in der Höhle

  • gegenseitige Rücksichtnahme! Nicht gehen wenn der Nachbarn ausgelöst hat, nicht in andere Motivfelder leuchten, Lärm etc. vermeiden, mit gedämpfter Stimme sprechen
  • auf den Wegen bleiben, nicht durch die Geländer oder Stufen greifen und auch nicht über die Geländer lehnen, weder sich selbst, noch die Ausrüstung
  • keinen Müll einbringen, was an sich selbstverständlich sein sollte
  • keine Ausrüstungsgegenstände in der Höhle vergessen
  • nichts fallen lassen
  • nichts auf den Wegen, Stegen und Stufen abstellen was für andere eine Stolperfallen darstellen kann, denn es ist überwiegend recht dunkel
  • nichts anfassen, die Besucherstege und Geländer natürlich ausgenommen
  • nirgendwo anschlagen, sich äußerst umsichtig bewegen, insbesondere mit einem Stativ
  • die Ausrüstung möglichst dicht am Körper halten
  • eine Taschenlampe oder Stirnlampe nur mit großer Rücksichtnahme einsetzen, auf keinen Fall ohne Abstimmung in das Blickfeld anderer Fotografen leuchten. Hier und da kann es sinnvoll sein, einen Spot zu setzen, oder ein Perspektive auszuleuchten. Mit wenigen verteilten Fotografen in einer weitläufigen Höhle kann das funktionieren, einer gegenseitigen Abstimmung bedarf es grundsätzlich.
  • den Anweisungen der Aufsicht unbedingt folgen
  • dem „Wunder der Natur“ mit größtmöglichem Respekt und Rücksicht begegnen. Was in tausenden von Jahren entstanden ist, kann durch eine kleine Unachtsamkeit unwiederbringlich zerstört werden, es wäre unverzeihlich

Vorbereitung der Kamera

  • sich mit der Kamera zuvor so vertraut machen, dass man sie überwiegend blind bedienen kann, also bei Dunkelheit oder stark gedämpfter Beleuchtung, insbesondere im Hinblick auf die Einstellung der Blende und Verschlusszeit bei manueller Belichtung
  • Stativ-Platte montieren, in der Dunkelheit der Höhle wird es schwieriger
  • Fernauslöser anbringen, früher waren das mechanische Drahtauslöser, heute gerne Kabelschalter, Funkschalter, oder auch die System App zur Kamera auf dem Smartphone
  • Spiegelvorauslösung aktivieren, falls möglich (entfällt bei spiegellosen Kameras), denn damit fällt die kleine Erschütterung des Spiegelschlags bei geöffnetem Verschluss weg
  • Akku voll aufladen / Batterien auf ausreichend Kapazität prüfen
  • am bestens auf manuelle Belichtung wechseln, ersatzweise die Zeitautomatik verwenden, also Blendenvorwahl bei automatischer Belichtungszeit
  • manuellen Fokus aktivieren, denn der Autofokus ist bei Dunkelheit und schwachen Kontrasten oft überfordert
  • lichtstarke Optiken benutzen, durch sie fällt die manuell Fokussierung leichter
  • die Empfindlichkeit des Sensors zur Vermeidung von Rauschen verringern, dessen Automatik der ISO Einstellung abschalten. Je nach Qualität und Größe des Sensors empfehle ich maximal ISO 400-800. Ich begrenze meine Nikon D500 auf ISO 400. Faustregel: je niedriger der ISO Wert, desto weniger Bildrauschen. Der Nachteil sind längere Belichtungszeiten. Hier kommt es auf die Länge der Belichtung nicht an, denn wir verwenden ein Stativ, so ist die ISO Begrenzung auf einen niedrigen Wert durchaus sinnvoll.
  • Für den Weißabgleich empfehle ich ebenfalls eine manuelle Einstellung, selbstverständlich abgestimmt auf die in der Höhle installierte Beleuchtung. Sind Glühlampen oder Halogenlampe installiert, ist die Farbtemperatur recht niedrig, unter 3000 Kelvin, bei LED Beleuchtung liegt sie deutlich höher, bei 5000 Kelvin und höher. Grau ist nicht nur die Graukarte, sondern auch jede Theorie 😎 hinzu kommen persönliche Vorlieben für eine wärmere oder kühlere Abbildung, ich bevorzuge in der Höhle letzteres. Bei diesem Workshop habe ist manuell 6000 Kelvin vorgewählt, manuell eingestellt. Diese Einstellung war nicht optimal, dazu etwas später im Beitrag mehr.

Meine persönliche Ausrüstung mit Kamerawechsel

Meine Anregungen orientieren sich an einer digitalen Spiegelreflexkamera, aktuell einer Nikon D500 im APS-C Format. Meine vorherige Nikon D5100 musste ersetzt werden, die ersatzweise bestellte Nikon D7200 ging auf dem Versandweg verloren, da ich es eilig hatte und keine D7200 so schnell verfügbar war, griff ich auf eine gebrauchte D500 zurück. Die Ausstattung der Kamera kann ich nicht voll ausschöpfen, dafür trage ich jetzt deutlich mehr Gewicht mit mir herum und das stört etwas. Grundsätzlich ist die D500 eine sehr gute Profi Kamera im APS-C Format. Ich bin Amateur, mir hätte eine D7200 genügt und zuvor war ich auch mit der D5100 sehr zufrieden.

Eine Frage des Formats

Prinzipiell ist die Höhlenfotografie auch mit analogen Kameras möglich, ebenso wie mit spiegellosen Systemkameras. Im Vorteil ist, wer lichtstarke Optiken und einen möglichst großen Sensor in der Kameras verwendet. Meiner Meinung nach sollte man nicht unter APS-C bei der Sensorgröße gehen, damit scheiden viele Kompaktkameras und Smartphones aus. Die winzigen Sensoren bekommen mit dem wenigen Licht in der Höhle große Probleme und rauschen deutlich.

Sehr beeindruckt war ich von der digitalen Hasselblad eines Workshop Teilnehmers, eine Mittelformat Kamera mit 100MP. Ich hatte vor vielen Jahren eine Hasselblad 500C, eine Rollfilm Kamera im 6×6 Format, vollmechanisch.

Schöne Bilder sind auch ohne Profi Equipment zu erzielen, was ein anderer Teilnehmer mit seiner Lumix Kompaktkamera bewies. Ich will damit sagen, befasst Euch mit der eigenen Ausrüstung und schaut, was die zu leisten vermag, denn auf den Preis der Ausrüstung kommt es nicht an. Wie bereits erwähnt, meine D500 bietet mir nicht viel mehr als zuvor die D5100, wobei das beleuchtete Display auf dem Gehäuse in der Höhle schon sehr praktisch ist, ein kleines Detail, exemplarisch angeführt. Ein 350€ DSLR Body sollte genügen, wie eben die D5100, investiert besser in gute Objektive.

Jedes Stativ ist besser als kein Stativ

Ohne Stativ könnt ihr die Höhlenfotografie nicht ausschöpfen, denn die dürftige Beleuchtung führt zu langen Belichtungszeiten, dafür muss die Kamera ruhig positioniert werden.

Tischstativ besser als Einbeinstativ

Von Einbeinstativen rate ich ab, denn sie lassen sich nicht fest aufstellen, sie wollen gehalten werden und schwanken dadurch. Vielleicht ist ja wenigstens ein Tischstativ vorhanden, nehmt es mit, denn auch damit könnt ihr die Kamera aufstellen, die Handhabung auf dem Boden dürfte jedoch unbequem sein.

Ideal ist das klassische standfeste Dreibeinstativ

Optimal ist ein klassisches Dreibeinstativ, ob Alumium, Holz oder Carbon spielt keine wesentliche Rolle. Ich nutzte lange noch Vaters uraltes Linhof Stativ aus den 50er oder 60er Jahren. Gebaut aus Holz und Aluminium, mit einem sehr schweren Kopf darauf, denn mein Vater filmte gerne auf N8 und Super 8 Schmalfilm. Die Handhabung war schwierig und fummelig, die kleinen Rändelschrauben der Auszüge waren schwierig zu bedienen, dazu kam das hohe Gewicht. Ersatz musste her.

Das optimale Stativ fand ich nicht auf Anhieb

Ich kaufte mir dann bei der Amazon Restrampe ein Manfrotto 190XB Stativ mit dem 128RC Neiger. Der Preis war gut, denn es war leicht gebraucht und ohne Originalverpackung, es erschien mir gut geeignet. Ohne weiter in die Details zu gehen, nach dem letzten Höhlenfotografie Workshop, im Herbst 2016, verkaufte ich es wieder und schaffte mir das Manfrotto MT190XPRO4 mit dem Manfrotto MHXPRO-3W Kopf an.

Manfrotto Stativ MT190XPRO4 mit MHXPRO-3W 3-Wege Neiger mit kippbarer Mittelsäule. Das Stativ kann sehr flexibel eingesetzt werden, bodennah auf Treppen und gekippt.
Manfrotto Stativ MT190XPRO4 mit MHXPRO-3W 3-Wege Neiger mit kippbarer Mittelsäule. Foto: VeloKickRun / Martin Lichtblau 2018

Die Besonderheit an diesem Stativ ist die schwenkbare Mittelsäule, sie ist ungemein praktisch, einfach genial.

Der Invest war auch leicht gebraucht deutlich größer, der Gebrauchswert ist es aber auch. Durch die 4-teiligen Beine ergibt sich ein kürzeres Packmaß und die Schnellverschlüsse erlauben eine sehr einfache und schnelle Handhabung, selbst bei absoluter Dunkelheit. Etwas Vorsicht ist hier jedoch bezüglich der Klemmgefahr für die Finger gegeben, hin und wieder quetsche ich mir mal etwas die Finger.

Falls erforderlich, einfach mal die Montageplatte verdrehen

Stativplatte Manfrotto 200PL am Kamerabody, bewusst entgegengesetzt montiert
Stativplatte Manfrotto 200PL, hier bewusst falsch herum an der Kamera montiert, um diese weiter nach oben schwenken zu können. Im Bild rot markiert das Objektiv und die Ausrichtung der Platte entgegengesetzt. Foto: VeloKickRun (Martin Lichtblau) 2018

Das Bild zeigt die Montageplatte bewusst verdreht an der Kamera montiert. Oben im Bild mit dem roten Strich markiert ist das Objektiv, während die „Lens“ Beschriftung der Montageplatte auf die Rückseite des Kamera Bodys zeigt.

Welchen Sinn kann das haben?

Kugelkopf oder Neiger?

Bei einem Kugelkopf hat es keinen Sinn, bei einem Neiger jedoch schon, denn die Neigung nach vorne und hinten kann deutlich unterschiedlich sein.

Manfrotto Stativ MT190XPRO4 mit MHXPRO-3W 3-Wege-Neiger. Dir rote Markierung im Bild zeigt die mögliche Neigung. Nach hinten kippt der Kopf weniger als nach vorne, problematisch bei steilen Blickwinkeln nach oben.
Manfrotto Stativ MT190XPRO4 mit MHXPRO-3W 3-Wege-Neiger. Dir rote Markierung im Bild zeigt die mögliche Neigung. Foto: VeloKickRun / Martin Lichtblau 2018

Zur besseren Darstellung sind die Beine des Stativs eingeschoben, es kommt auf den Kopf an, hier ist es der Manfrotto MHXPRO-3W Neiger.

Ein toller Kopf, so dachte ich wenigstens bisher, denn ich mag ihn sehr, weit mehr als zuvor den recht schweren RC128, der doch eher für das Filmen geeignet ist. Ich filme nicht, verwendet das Stativ aber auch zusammen mit meinem Spektiv und da ist eine feinfühlige Ausrichtung auch sehr hilfreich, rückfrei und präzise. Der Kopf kann das recht gut. Den Trick mit der verdrehten Montageplatte habe ich zuerst mit dem Spektiv entdeckt, als ich Sterne am Himmel beobachtete und nicht weit genug hinauf schwenken konnte.

Die Neigung am Stativkopf ist selten symmetrisch

Das vorstehende Bild zeigt die Kamera auf dem Stativ mit korrekt montierter Montageplatte, rot markiert im Bild ist der mögliche vertikale Schwenkbereich. Nach hinten neigt der Kopf deutlich weniger als nach vorne, damit lassen sich Motiv am Boden  leichter einfangen als hoch über dem Kopf. Dreht ihr die Montageplatte am Kameraboden um, also in der Ausrichtung, kehrt sich die vertikale Neigung des Stativkopfs um.

Für die Fotografie des Sternenhimmels, oder der Höhlendecke, ist das sehr nützlich und sollte an jedem Stativ möglich sein, sofern es kein Kugelkopf ist, denn dort ist es nicht erforderlich, er kennt diese Begrenzung nicht.

Der Kugelkopf bietet maximale Flexibilität, kippt aber leichter

Sollte ich mal wieder etwas Geld für dieses Hobby übrig haben, werde ich mir noch einen soliden Kugelkopf leisten, für die Fotografie erscheint er mir sinnvoller als ein 3-Wege Neiger, der jedoch am Spektiv gute Dienste leistet.

Ein Ausleger am Stativ ist sehr nützlich

Manfrotto Stativ MT190XPRO4 mit MHXPRO-3W 3-Wege Neiger mit kippbarer Mittelsäule. Das Stativ kann sehr flexibel eingesetzt werden, bodennah auf Treppen und gekippt.
Manfrotto Stativ MT190XPRO4 mit MHXPRO-3W 3-Wege Neiger mit kippbarer Mittelsäule. Foto: VeloKickRun / Martin Lichtblau 2018

Das Bild hier zeigt den Hauptgrund meine Stativwechsels. Schon bei der Makrofotografie im Garten störte mich der fehlende Ausleger am vorherigen Stativ, die Höhle verfestigte den Eindruck. An sich hätte ich nur das Stativ austauschen müssen, nicht den Kopf, doch der vorherige war zu groß und zu schwer. Das 190er Manfrotto XPRO Stativ hat eine abkippbare Mittelsäule, man zieht die ganz aus und kippt sie über ein Kugelgelenk um 90 Grad ab. Die mechanische Konstruktion wirkte auf mich anfangs wenig vertrauenserweckend, da nicht solide genug, die Praxis zeigt ein anders Bild. Die Handhabung ist zwar etwas fummelig, mechanisch aber ausreichend solide.

Der Ausleger ist teleskopierbar, über das Kugelgelenk, man sollte dabei aber auf die Balance achten, sonst kippt das Stativ um, insbesondere bei einer schweren Kamera.

Durch den Ausleger kann ich die Kamera in Positionen bringen, die anders nicht erreichbar wären. Ein Luxus wenn man ihn hat, aber auch verschmerzbar, wenn das eigene Stativ diese Ausstattung nicht hat, ich musste auch sehr lange ohne das auskommen.

Na dann mal ran an die Praxis

Genug der Vorrede, den Worten sollten Taten folgen. Warm gekleidet und gut ausrüstet, mit einer voreingestellten Kamera, geht es in die Höhle, die Fotografen verteilen sich dort am besten weiträumig, um Aktionsradius zu haben, ohne die Nachbarn zu stören.

Motive gibt es es quasi überall, also baut das Stativ auf und klemmt die Kamera auf den Stativkopf, los geht’s…

Der Weißabgleich der Kamera

Die anspruchsvolle Lichtsituation in den Höhlen kann den automatischen Weißabgleich der Kamera überfordern. Bei meinem ersten Foto Workshop in der Höhle gestattete ich meiner damaligen Nikon D5100 den automatischen Weißabgleich, die Aufnahmen musste ich später nachbearbeiten, die Abbildung wirkte unnatürlich.

Hinweis des begleitenden Fotografen zum manuellen Weißabgleich

Jetzt wollte ich es besser machen, nicht zuletzt auch durch die einleitenden Worte des begleitenden Fotografen, erzielte aber leider nicht das erwünschte Ergebnis, einer natürlicheren Abbildung. Ich glaubte den Weißabgleich verstanden zu haben, ich hatte ihn jedoch nicht verstanden.

Manuelle Fehleinstellung des Weißabgleichs ohne Ergebniskontrolle

Vor dem „Einfahren“ in die Höhle stellte ich meine Nikon D500 Kamera manuell auf 6000K ein, alle Aufnahmen dieses Foto Workshops entstanden damit und bedürfen nun der Korrektur.

Breitscheid Schauhöhle Herbstlabyrinth
Manueller Weißabgleich der Kamera auf 6.000K, Bild damit etwas zu „warm“ in der Darstellung. Ohne Bildbearbeitung. (Nikon D500 + AF-S Nikkor 85mm f/1.8G)

Leider analysierte ich die Bilder während des Workshops nicht näher, ich beschränkte mich auf die Schärfe. Später, Zuhause auf dem Rechner, enttäuschten mich die Aufnahmen, eine Bildkorrektur war unvermeidbar. Ich wollte die zwei Stunden in der Höhle effizient nutzen, Aufnahmen machen, doch etwas mehr Kontrolle der Ergebnisse wäre sinnvoll gewesen, ich hätte den Fehler vermeiden können. Lernt gerne aus meinem Fehler und tut es mir nicht gleich.

Breitscheid Schauhöhle Herbstlabyrinth
Manueller Weißabgleich der Kamera auf 6.000K. Bild erscheint zu „warm“, in der Bildbearbeitung korrigierte ich auf 4000K, diese Abbildung sagt mir mehr zu. (Nikon D500 + AF-S Nikkor 85mm f/1.8G), Foto: VeloKickRun (Martin Lichtblau) 2018

Die Nachbearbeitung der Farbtemperatur später in der Bildbearbeitung

Das vorstehende Bild habe ich mittels Bildbearbeitung auf dem Rechner korrigiert, die Farbtemperatur setzte ich von ursprünglich 6000K auf 4000K herab. Mir gefällt diese Abbildung deutlich besser, natürlicher. Ich könnte auch auf 3800K reduzieren, doch dann erscheint mir die Abbildung zu „kalt“. Ich möchte mit diesem Beispiel anregen, etwas mit dem Weißabgleich zu experimentieren, probiert es bitte aus.

Ich hatte die Korrektur verwechselt und stellte damit meine Kamera zu „warm“ ein, durch eine höhere Farbtemperatur, in der Annahme, dass diese für eine „kältere“ Abbildung steht. Das Gegenteil ist der Fall, bei einer Bildbeurteilung in der Höhle hätte mir das auffallen können.

Breitscheid Schauhöhle Herbstlabyrinth, die
Am Beispiel der „Hessenfahne“ gefällt mir die etwas wärmere Abbildung bei 6000K besser, ich belasse es dabei. (Nikon D500 + AF-S DX Nikkor 35mm f/1.8G)

Ich korrigierte nicht alle Bilder im Weißabgleich, so belasse ich beispielsweise die „Hessenfahne“ bei 6000K, die betont „warme“ Abbildung gefällt mir besser.

 

Fazit

Mich haben die beiden Workshops sehr beeindruckt und beflügelt, vielleicht fasst ihr meine Begeisterung als Impuls auf, es selbst einmal zu versuchen.

Perfektion sieht anders aus, ich bin Amateur und werde es bleiben. Meine fotografische Begabung ist mäßig, aber es macht Spaß, mit der Kamera etwas auszuprobieren. Nicht alles gelingt aber genau hier liegt der Ansporn etwas zu experimentieren.

 

 

Dieser Beitrag kann nach der DSGVO als Werbung verstanden werden, ich muss daher an dieser Stelle darauf hinweisen.

Sollte dieser Beitrag als Werbung verstanden werden, stelle ich klar, meine Beiträge als persönlichen privaten Kommentar / Meinung zu verstehen, etwaige Werbung ist nicht beabsichtigt. Auf die Nennung von Marken und Produkten kann nicht immer verzichtet werden. Ich betreibe mein BLOG rein privat als Hobby, es verfolgt keinerlei kommerzielle Interessen. Sollte eine externe Unterstützung gegeben sein, beispielsweise durch zugelieferte Texte, Produkt Leihgaben, oder andere Dinge, weise ich selbstverständlich klar und deutlich darauf hin.

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: