6 Six Days 2019 Velodrom Berlin

Am Montag den 28. Januar 2019 war es wieder soweit, ich besuchte die 6 Six Days 2019 im Velodrom Berlin, inzwischen zum dritten Mal.

Das Velodrom wirkt auf mich höchst beeindruckend, selbst ohne Sportler auf der Bahn. Es ist modern und zweckmäßig gebaut, die Plätze sind bequem und gut erreichbar.

im Velodrom Berlin nehmen die Jugendlichen auf der Bahn Aufstellung zum Rennen
6 Days Berlin – Aufstellung zum Jugend Rennen, Foto: VeloKickRun (Martin Lichtblau) 2019

Vor den Rängen gibt es viele Garderoben, Gastronomie und auch den einen oder anderen Händler mit interessanten Angeboten.

Ich buchte immer einen Platz der besten Kategorie, direkt an der Bande. Viele andere buchen auch Platzkarten, was darauf jedoch nicht erwähnt wird, ist der freie Zugang zum inneren Oval der Bahn, dem VIP Bereich. Geht über die Treppenhäuser hinunter in den „Keller“, unterquert die Bahn und steigt die Treppe wieder hinauf in das innere Oval der Bahn. In die VIP Gastronomie kommt ihr natürlich nicht, doch ihr bekommt hier eine andere Perspektive auf das Renngeschehen.

Einblick in der Fahrerlager der 6 Six Days Berlin im Velodrom.
6 Days Berlin – Fahrerlager, Foto: VeloKickRun (Martin Lichtblau) 2019

Ganz besonders interessant finde ich auch die Nähe zum Fahrerlager, hier schaue ich gerne vorbei, spreche mit den Fahrerinnen und Fahrern und schaue auch gerne beim Aufwärmen auf der freien Rolle zu. Hier werden auch die Räder gewartet. In diesem Jahr konnte ich hier kurz mit Nate Koch sprechen, der 2018 im Velodrom sein letztes Bahnrennen fuhr, dass ich damals auch fotografieren konnte.

6 Days Berlin - Nate Koch 2018 nach seinem letzten Rennen. In triumphierender Haltung über seinem Kopf die Rennmaschine, sein Bahnrad
6 Days Berlin – Nate Koch 2018 nach seinem letzten Rennen, Foto: VeloKickRun (Martin Lichtblau) 2019

Ich bleibe immer einige Zeit auf dem gebuchten Platz und gehe dann auch mal oben über die Ränge und hinter die Bahn, in das innere Oval.

Meine Haltung zum Velodrom ist gespalten, denn ich mag den Bahnradsport sehr, etwas störend empfinde ich aber die nicht exakt kalkulierbare Einlasskontrolle und  gelegentlich zu viel Show, zu wenig Sport.

Im Januar 2016 besuchte ich zum ersten mal das Sechstagerennen im Velodrom Berlin. Der Einlass war fast unkompliziert, ich konnte meine kleine Fototasche bei mir behalten, lediglich das kleine leichte Reisestativ musste ich aus Sicherheitsgründen an der Gepäckaufbewahrung abgeben. So ganz habe ich das nicht verstanden, denn im Velodrom sah ich später einige Leute mit kleinen Stativen, sie konnten es offenbar durch die Kontrolle schmuggeln.

Die Fototasche wählte ich bewusst klein und beschränkte meine Ausrüstung auf wesentliches. Eine Nikon D5100 Spiegelreflexkamera mit zwei Optiken, beide nicht zu groß und eindeutig in der preiswerten Amateurklasse angesiedelt. Eine vergleichbare Austattung tragen viele Leute mit sich, wenn sie unterwegs etwas fotografieren möchten, dafür muss man kein Profi sein, denn die sind besser und zweckmäßiger ausgestattet. Ich merke hier an, unter den Besuchern der Veranstaltung nicht wenige ähnliche Kameras entdeckt zu haben, mit und ohne Spiegel, mit fester oder abnehmbarer Optik.

Die Veranstaltung an sich war 2016 sehr laut, die Trillerpfeifen störten mich doch sehr, so wie mich überhaupt zu laute Umgebungen stören. Meine Gehör funktioniert noch recht gut und ich möchte, dass es so bleibt 🙂 Ich hatte Ohrstöpsel dabei, so war es auszuhalten.

Im Januar 2018 war ich dann erneut im Velodrom Berlin. Da ich lernfähig bin, hatte ich natürlich auf ein Stativ verzichtet, die Kameraausrüstung hielt ich erneut bewusst spartanisch, strukturierte aber um. Im Jahr 2016 machte ich die Erfahrung, dass lichtstarke Optiken sehr hilfreich sind, denn ich verwende so gut wie nie ein Blitzlicht und bei solchen Veranstaltungen sowieso nicht. Die Empfindlichkeit der Kamera kann ich war deutlich erhöhen, doch die Bilder sind dann deutlich von Rauschen gekennzeichnet. Das A und O bei der Fotografie im Sport sind kurze Verschlusszeiten, dafür benötigt man viel Licht, oder eine hohe Lichtstärke (Offenblende) der Optik. Mein einfaches Reisezoom begann bei 1:4, so investierte ich etwas in meine Ausrüstung und gönnte mir ein gebrauchtes Nikon 1:1,8/85mm AF-S Portait Tele. Da die Optik für das FX Vollformat ausgelegt ist, ich aber „nur“ eine DX Kamera habe, greift der 1,5 Crop Faktor und verlängert die reale Brennweite auf rund 125mm, dem klassischen leichte Tele. Für die Entfernungen auf der Bahn im Velodrom nahezu ideal.

Statt der beiden eher lichtschwachen Zoom Optiken, setzte ich 2018 auf drei Festbrennweiten, überwiegend lichtstark:

  • 1:1,8/35mm (äquivalent 50mm Kleinbild Normalbrennweite)
  • 1:1.8/85mm (äquivalent 125mm Kleinbild leichtes Tele)
  • 1:2,8/10,5mm FishEye (180 Grad Blickwinkel)

Zugelassen für den Eintritt in das Velodrom waren Taschen bis etwa DIN-A4 Format, ich hielt mich daran, meine kleine Fototasche ist minimal kleiner. Dennoch, mir wurde der Zutritt verwehrt, es seien nur Kameras für Amateure zugelassen, Wechseloptiken ohnehin nicht. Ich diskutierte an der Sicherheitskontrolle darüber, welche Kameras für Profis und welche für Amateure sind? Eine klare Richtlinie gab es nicht, ich bin definitiv Amateur. An sich gestattet die Hausordnung keine Kameras, doch dem fühlt sich niemand verpflichtet. Profis fotografieren im Velodrom auch, sie sind akkreditiert, zudem leicht erkennbar an den Warnwesten und insbesondere den wirklich gewaltigen Objektiven. Mir gestattete man nach einiger Diskussion die Kamera mit einem Objektiv, den Rest sollte ich zur Aufbewahrung abgeben.

Wie dem auch sei, ich beugte mich der Anweisung und gab meine Fototasche ab, fast leer, denn zuvor steckte ich mir die beiden anderen Objektive in die Hosentaschen, ebenso den Ersatzakku. Der Gepäckaufbewahrung war es egal und nach der Gepäckaufbewahrung wurde nicht mehr kontrolliert.

Nun möchte ich damit nicht zur Missachtung von Sicherheitsvorschriften anstiften, ganz im Gegenteil, Regularien und Sicherheit müssen sein, aber sie müssen konsequent umgesetzt werden. Am Velodrom beobachte ich eher Willkür, wie das Jahr 2019 noch zeigen wird. Ich bin schon aus beruflichen Gründen „sicher“ und werde ganz sicher niemals einen Anschlag planen, mitwirken, oder ausführen. Nur damit kein falscher Eindruck entsteht…

Die Sicherheitskräfte vor dem Velodrom haben Anweisungen und befolgenden diese weitgehend, ich meine, man sollte das respektieren, doch es fällt in Teilen schwer.

An sich wollte ich nicht mehr zum Velodrom reisen, obwohl der Lärmpegel 2018 deutlich erträglicher war, doch der unkalkulierbare Einlass stört mein persönliches Event Erlebnis gravierend, denn ich fotografiere auch gerne und die Rennen bieten beeindruckende Motive.

Ich versuchte in es diesem Jahr erneut, im Januar 2019, entgegen meiner Überzeugung. An sich war ich fest entschlossen, auf eine Tasche zu verzichten, statt dessen eine „moppelige“ Winterjacke zu wählen und die Ausrüstung darin zu verstauen. Ich habe auch eine ganz kleine Kameratasche, in die nur die Spiegelreflex Kamera mit einer moderaten Optik und eine kleinen zusätzliche Optik passt, die Tasche trägt unter der Jacke unwesentlich mehr auf, als würde ich die Kamera ohne Tasche unter die Jacke stecken.

Nachdem meine alte Nikon D5100 irreparabel defekt war, hatte ich die Nikon D7100 als Ersatz im Visier. Sie ging auf dem Versandweg verloren und ich benötigte für einen anderen Event schnell eine Kamera, der Händler bot mir ersatzweise eine gebrauchte Nikon D500 zu einem attraktiven Preis an, so wählte ich die D500. Für mich, als Foto Amateur, macht das kaum einen Unterschied, die meisten Funktionen der D500 kann ich nicht ausschöpfen, doch die D500 ist minimal größer und etwas schwerer als zuvor die D5100 und das stört mich dann doch etwas.

Kurz vor der Reise nach Berlin entschied ich, auf die Spiegelreflex Kamera zu verzichten, um Diskussionen zu vermeiden. Ersatzweise nahm ich zwei kompakte Sucherkameras mit, die Fuji X100 und die Leica C (Typ 112). Die X100 trug ich am Tragriemen unter der Jacke über die Schulter, die kleine Sucherkamera in der Jackentasche. Die Jacke war mit einigen Dingen gut ausgefüllt. Ich trug die Jacke offen und gelang ohne ernsthafte Kontrolle in das Velodrom, die Security Dame interessierte sich erkennbar eher für Taschen, in die sie schauen wollte.

An dieser Stelle ärgerte ich mich, auf die Spiegelreflex Kamera verzichtet zu haben, denn wie sich später zeigte, mit den beiden Kompaktkameras gelangen fast keine vernünftigen Aufnahmen, da ergab das iPhone 7 teilweise bessere Resultate.

Die Herausforderung der Fotografie

Bei Sport kann Schnelligkeit von Vorteil sein, bei der Fotografie sind schnelle Motive eher problematisch, eine Herausforderung an den Fotografen und die Ausrüstung.

Je näher man der Bahn ist, desto schwieriger sind sind die Sportler scharf im Bild einzufangen, denn sie bewegen sich sehr schnell. Im spitzen Winkel geht es noch am besten, einen sehr schnellen Autofokus der Kamera vorausgesetzt. Hat man den nicht, schaltet man ihn am besten aus und fokussiert einen festen Punkt, passieren den die Sportler, löst man die Kamera aus. Kennt man die Auslöseverzögerung der Kamera, insbesondere bei trägen Kameras, löst man minimal früher aus.

Mein gebuchter Platz lag in allen drei Jahren immer in einem der Blöcke nahe der Start-/Ziellinie in der vordersten Reihe, also direkt an der Bande. Schaut man hier gerade auf die Bahn, rauschen die Sportler teilweise mit über 70km/h an einem vorbei. Weder ich, noch meine Kamera, können das im Bild scharf einfangen, da nützt auch mitziehen nichts.

Im Jahr 2018 gelangen mir die besten Bilder, teilweise direkt von meinem Platz an der Bande aus, teilweise aber auch frei auf den oberen Rängen, oder im Oval in der Bahn.

Bildserien

Genug der Einleitung, lasst mich zu den Fotos kommen. Im Jahr 2018 gelangen mir die schönsten Aufnahmen, die nachfolgenden Kollektionen zeigen jeweils einer Mischung der Jahre 2016, 1028 und 2019.

Panorama innen und außen

Ich beginne mit Panorama Aufnahmen vor und im Velodrom Berlin. Vielleicht gelingt es mir, die beeindruckend Wirkung der Anlage abzubilden.

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Jugend Rennen der U15 und U17 Klasse

Die Renntage beginnen gewöhnlich mit der Jugend, sozusagen als Vorprogramm. Ich persönlich finde „Vorprogramm“ zu abwertend, denn es ist höchst beeindruckend, was die Jungen Leute leisten, wie ambitioniert sie ihre Rennen farhen, wie sie dabei von ihren Familien und den (wenigen) Zuschauern angefeuert werden. Gewöhnlich füllen sich die Plätze erst nach den Jugendrennen, ich bin immer von Anfang an.

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Nach den Rennen der U15 und U17 Jugend gehe ich jetzt mit einer kleinen Bilderserie zu den Rennen der Damen über.

Rennen der Damen

Im Jahr 2018 haben mich ganz besonders Kristina Vogel und Miriam Welte beeindruckt.

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Das Fahrerlager

Bevor ich auf die Rennen den Herren eingehe, werfe ich einen Blick in das Fahrerlager, hier einige Impressionen:

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Rennen der Herren

Die Herren fahren viele Disziplinen im Rennen aus, aus dem Stegreif fallen mir das Keirin, Einzelzeitfahren, Mannschaft Zeitfahren, Derny und Steher ein. Ich belasse es zunächst bei den Rennen ohne „motorisierten Windschatten“, also ohne Derny und Steher. Eine Besonderheit war im Januar 2019 der sehr lange Stehversuch von über 3 Minuten, den der Rennleiter nicht abgepfiffen hat. Das Publikum im Velodrom war begeistert, auch mich hatte die Dynamik dieser Darbietung erfasst.

Ich fieberte auch beim Einzelzeitfahren mit, es ist höchst beeindruckend, bei den Damen, wie auch bei den Herren. Kristina Vogel brillierte 2018 auf der Bahn, ich musste in diesem Jahr bei den Rennen an sie denken, sie wird leider nie wieder ein Rennen fahren können. Das Leben kann so hart sein, der Bahnradsport hat eine großartige Fahrerin verloren.

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Beim Einzelzeitfahren werden Geschwindigkeiten von kurzzeitig über 70km/h gefahren, ich finde das unglaublich, die Fahrer treten ohne Windschatten in die Pedale, rein über Kraft und Übersetzung. Das Tempo steigert sich noch etwas über den „motorisierten Windschatten“, dabei fährt der Fahrer hinter einem Derny oder einem Steher her, so dicht wie möglich, um den maximal Windschatten auszuschöpfen.

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Nate Koch zum letzten Rennen 2018 in Berlin

Einen kleinen Sonderbeitrag habe ich zu Nate Koch, der 2018 sein letztes Bahnrennen in Berlin fuhr. Im Jahr 2019 war es als Gast bei den 6 Six Days, ich konnte ein paar Worte am Fahrerlager mit ihm wechseln.

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Historisches Bahnrad in der Ausstellung

In jedem Jahr werden auch historische Räder im Foyer des Velodrom ausgestellt, hier exemplarisch ein Exponat dieser Austellung. Beeindruckt bin ich von dem gewaltigen Kettenblatt, auf meinem Liegerad fuhr ich „nur“ 62 Zähne, hier dürfte es noch etwas mehr sein, ich tippe auf etwa 70 Zähne.

6 Days Berlin -altes Bahnrad in der Ausstellung
6 Days Berlin – altes Bahnrad in der Ausstellung, Foto: VeloKickRun (Martin Lichtblau) 2019

Tandem Rennen

im Rahmenprogramm des Rennens wurden auch Tandems gefahren, hier ein Bild des AOK Teams.

6 Days Berlin - Tandem Rennen, hier das AOK Team
6 Days Berlin – Tandem Rennen, Foto: VeloKickRun (Martin Lichtblau) 2019

Dies zu meinen Eindrücken aus dem Velodrom Berlin. Ich beabsichtige im nächsten Jahr nicht zu den 6 Days nach Berlin zu reisen, man soll aber niemals nie sagen, denn in diesem Jahr war es auch nicht geplant.

Im Februar 2020 findet in Berlin die WM statt, vielleicht besuche ich anlässlich derer für einen Tag das Velodrom, schauen wir mal…

Dann hätte ich auf jeden Fall gerne wieder meine Spiegelreflex Kamera dabei, notfalls mit nur einem Objektiv, dem leichten 85mm Tele.

Unabhängig vom dem Velodrom Berlin möchte ich grundsätzlich für den Bahnradsport werben, mich begeistert er sehr und hätte ich Bahn zur Verfügung, ich würde selbst auch gerne hin und wieder darauf fahren.

Wenn ihr möchtet, kommentiert gerne meinen Beitrag, konstruktive Kritik daran ist ebenso erwünscht.

Dieser Beitrag kann nach der DSGVO als Werbung verstanden werden, ich muss daher an dieser Stelle darauf hinweisen.

Sollte dieser Beitrag als Werbung verstanden werden, stelle ich klar, meine Beiträge als persönlichen privaten Kommentar / Meinung zu verstehen, etwaige Werbung ist nicht beabsichtigt. Auf die Nennung von Marken und Produkten kann nicht immer verzichtet werden. Ich betreibe mein BLOG rein privat als Hobby, es verfolgt keinerlei kommerzielle Interessen. Sollte eine externe Unterstützung gegeben sein, beispielsweise durch zugelieferte Texte, Produkt Leihgaben, oder andere Dinge, weise ich selbstverständlich klar und deutlich darauf hin.

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