Mit dem Rennrad / Graveler durch den Winter – Reifen, Beleuchtung und Schutzbleche

Die aktuelle Witterung verlangt ein der Situation angepasstes Rad, zum eigenen Schutz, wie auch dem anderer Verkehrsteilnehmer.

 

Licht im Dunkel, sehen und gesehen werden

Die Beleuchtung des Rads sehe ich davon unabhängig, denn wo immer nötig und sinnvoll, beleuchte ich meine Räder und Roller. Hinten leuchtet am Rennrad, Cyclocrosser und Graveller immer das Garmin Varia Radar Rücklicht, auch bei bestem Sonnenschein. Über das Radar des Rücklichts habe ich den rückwärtigen Verkehr im „Blick“. Dazu in einem späteren Beitrag mehr.

Vorne stecke ich bei Bedarf das Knog PWR Road LED Licht an den Lenker, mit bis zu 600 Lumen bietet es für meine Zwecke ausreichend Licht, auf dem Rad und den Tretrollern. Der Akku kann auch separat als Powerbank über USB genutzt werden, ein sehr angenehmer Zusatznutzen.

 

Reifen – manchmal muss man Profil zeigen

Die Reifen sollten der ganzjährigen Nutzung angepasst sein.

Ich bin diesbezüglich nur suboptimal aufgestellt, mein VanMoof Hollandrad kommt dem noch am nächsten, doch auch dessen Reifen sind nicht für den Winterbetrieb geeignet. Im Februar 2017 entstanden die Bilder bei einer Ausfahrt auf meiner Hausstrecke. Überwiegend fuhr ich auf nassen griffigen asphaltierten Feldwegen, doch an einer ungeschützten Strecke im Feld traf ich auf den gezeigten Abschnitt. Ich brach hier nach einigen Versuchen die Weiterfahrt ab und kehrte um, denn eine sichere Weiterfahrt war mit den am Rad montierten Reifen nicht möglich, ich schlingerte umher und hatte keine Traktion mehr.

Am liebsten fahre ich Rennrad und es versteht sich fast von selbst, für den Winter scheint ein Rennrad eher ungeeignet, insbesondere mit den 23mm Slick Reifen. Doch das gilt nicht nur für den Winter, sondern auch für schlechtere Wegstrecken, mit grobem Pflaster, Split, oder gar Naturwegen, wie auch Laub auf nassen Straßen.

Bianchi Zurigo Cyclocrosser mit Spezialized Trigger Reifen
Foto: VeloKickRun (Martin Lichtblau)

Hierfür hatte ich bis zum letzten Jahr meinen Bianchi Zurigo Cyclocrosser, bereift mit 33mm Spezialized Trigger Reifen. Die Reifen waren schon deutlich abgefahren, genügten aber für meine Ausfahrten, abseits gut asphaltierter Straßen.

Das Rad war schon etwas älter und mit einer sehr hohen Laufleistung, so wünschte ich mir Ersatz und kam letztlich zu meinem Felt VR2 (2017) Graveler, serienmäßig mit 28mm Semi-Slicks bereift.

Ein leichtes Carbon Rad, schneller und moderner als zuvor mein Bianchi Zurigo. Ich fahre kaum Wald- und Feldwege, so genügen mir die 28mm Reifen, mit sehr wenig Profil. Das Rad fährt sich kaum träger als mein Rennrad auf 23mm Slicks, aber es ist deutlich bequemer, ich sitze weniger gestreckt darauf und sehe das Rad als sportlichen Tourer, weniger als Rennrad.

Mit dem Herbst kam immer mehr Nässe und Laub auf die Strecken, so wollte ich griffigere Reifen haben. Die bisherigen Spezialized Trigger meines Cyclocrossers sagten mir sehr zu, ich dachte aber auch an den Schwalbe G-One und damit an wenig profilierte schnelle Reifen mit etwas mehr Breite und Pannensicherheit. Vittoria schätze ich auch sehr, insbesondere auf meinem Bianchi Rennrad, aber beim Felt Graveler müssen es nicht zwingend italienische Marken sein, es ist ja auch klein italienisches Rad 😎. Ich stellte ich mich breiter auf. Continental schätze ich auch sehr, nicht zuletzt deswegen, weil Conti auch in meiner hessischen Region allerhand Fahrradreifen produziert, Continental Korbach.

Continental Reifen Speed King CX 32mm und Schlauch Tour 28 (700C) Slim 28-37mm,
Foto: VeloKickRun (Martin Lichtblau)

Meine Wahl fiel auf den Continental Speed King CX 32mm, zusammen mit dem Continental Tour 28 Slim Schlauch, für beide Laufräder natürlich.

Hier bilde ich nun in Fotos die Verpackung des Schlauchs ab, rechts im Bild meine Feinwaage, die den Schlauch mit 145 Gramm wiegt, er ist damit dem bisherigen Mavic Schlauch sehr ähnlich.

Diese Bilder zeigen einen Reifen mit 286 Gramm auf der Waage, sowie die Verpackung des Reifens.

Continental definiert den Reifen mit Black Chili Compound  als schnellen leichten Reifen, für eher harte Böden, weniger für Schlamm, also ideal für mich.

Mavic Yksion Elite 28mm Reifen, 243 Gramm auf meiner Waage
Foto: VeloKickRun (Martin Lichtblau)

Der bisherige Mavic Yksion Elite 28mm Reifen erscheint dagegen mit 243 Gramm vergleichsweise schwer, denn er baut deutlich schmaler und bietet weniger Profil.

Die beiden Yksion Reifen wurden etwa 700km auf dem Graveler gefahren, ich werde sie daher behalten und eventuell später einmal wieder aufziehen, bei Bedarf. Zunächst einmal erscheinen mir die Continental Speed King CX Reifen deutlich praxistauglicher. Ich sehe mich als eher vorsichtigen bis ängstlichen Radfahrer, ich scheue das Risiko und bin eher ein „Angstbremser„, meide also hohe Kurvengeschwindigkeiten und fahre auf Fahrbahnmarkierungen, Split und Nässe noch vorsichtiger, Schnee und Eis meide ich ohnehin. Dennoch, ich möchte Reifen mit Grip haben und den werden mit die Speed King CX bieten.

Die relativ feinen Lamellen des Speed King CX Reifens erscheinen mir noch griffiger als die feinen Noppen des Spezialized Trigger Reifens damals auf dem Bianchi Cyclocrossers und mit dem konnte ich mich sehr gut arrangieren. Mein aktueller Felt Graveler sollte nun auch für Forst- und Feldwege gut geeignet sein. Zugegeben, ich fahre diese eher weniger und nahm für Ausfahrten auf Waldwegen eher mein MTB Hardtail, doch vielleicht kann ich ja auf ein MTB verzichten…

Echtes Gelände fahre ich nicht, so könnte mit einer angepassten Bereifung auch der Graveler genügen. Ich werde es ausprobieren und berichten und mich möglicherweise von meinem MTB trennen.

Bevor ich diese beiden Bilder anbieten konnte, stand ich vor einer kleinen Herausforderung, der Montage der Reifen.

Continental Reifen Speed King CX 32mm Montage auf der Felge mit Schwalbe Gleitmittel, dann klappt's besser
Foto: VeloKickRun (Martin Lichtblau)

Ich verzichtete zunächst auf ein Montage Gleitmittel und mühte mich mit den Reifenhebern ab, die Reifen auf die Felge zu ziehen, ohne dabei die Felge oder die Schläuche zu beschädigen. Ich scheiterte, denn die Reifen gehen nur sehr stramm auf meine Mavic Ksyrium Elitre Disc Allroad Felgen. Bevor ich mit den Reifenhebern die Schläuche zerstörte, erinnerte ich mich daran, noch eine Dose Schwalbe Easy Fit Gleitmittel zu besitzen. Mit der kleinen 50ml Schwammdose gelingt die Reifenmontage sehr gut, dabei wird mit mit dem Schwamm etwas Gleitmittel auf den Reifenwulst aufgetragen und er flutscht wirklich leicht über den Felgenrand.

Meine erste diesbezügliche Herausforderungen waren die Vittoria Graphene 23mm Reifen auf dem Rennrad. Ich bekam sie ohne Gleitmittel zwar auf die Felgen, aber niemals gerade, sie hatten immer einen Höhen- und/oder Seitenschlag, was sehr unschön war.

Wenn ihr auch Probleme mit der Reifenmontage habt, denkt an Gleitmittel, es muss ja nicht Schwalbe Easy Fit sein, Hauptsache es „flutscht“ und greift den Reifen nicht an.

 

Schutzbleche erachte ich als sehr sinnvoll

Neben den griffigen Reifen fehlt noch eine wichtige Komponenten zum Einsatz auf nassen und schmutzigen Strecken, die Schutzbleche.

Bianchi Zurigo Cyclocrosser mit Schutzblechen
Foto: VeloKickRun (Martin Lichtblau)

Meine bisherige Lösung auf dem Cyclocrosser war nicht besonders zweckdienlich. Wie das Bild zeigt, verschmutzte das Rad dennoch deutlich und auch ich bekam allerhand ab.

Das vordere Steckschutzblech war an einem kleinen Blechwinkel fixiert und flatterte damit im Fahrtwind, zudem stört der Blechwinkel bei demontiertem Schutzblech die Optik, er war an der Gabel verschraubt. Hinten war das Schutzblech an der Sattelstütze befestige und damit etwas zu weit vom Reifen entfernt.

An diesem Punkt hatte ich eine kleine Herausforderung, passende Schutzbleche zu finden. Die bisherige Lösung meines Bianchi Zurigo passte leider nicht mehr, insbesondere vorne an der Gabel, den hier fehlt am Felt VR2 eine Befestigungsmöglichkeit. Felt selbst bietet leider keine passenden Schutzbleche an, denn um es mir einfach zu machen, hätte ich vermutlich einen höheren Preis akzeptiert.

Die einschlägige Produkt Recherche im Handel und bei SKS führte mich, aus welchen Gründen auch immer, nicht zum gewünschten Erfolg. Ich fand zwar zwei Schutzbleche, doch weder vorne, noch hinten, war die Passgenauigkeit und Schutz vor Schmutz gegeben, eine Fehlinvestition. Viel Geld hatte ich damit nicht verschwendet und die Teile lassen sich vielleicht noch auf einen meiner Tretroller montieren.

Bei der weiteren Recherche griff ich in einem Magazin, dessen Name mir inzwischen entfallen ist, es war ein englisches,  einen Vergleichstest von Schutzblechen an Rennrädern auf. Manche waren für bis zu 28mm Reifen gedacht, andere bis 40mm, ich liege mit 32mm mittig dazwischen.

SKS Raceblade XL Schutzbleche für Gravelbikes und Crosser, in Verpackung
Foto: VeloKickRun (Martin Lichtblau)

Meine Entscheidung fiel auf die SKS Raceblade Pro XL, ein Set für beide Laufräder, für eine Reifenbreite von 25-32mm und 28″, also knapp auf mein Rad und dessen Reifen passend.

SKS Raceblade XL Schutzbleche für Gravelbikes und Crosser, Verpackung Rückseite
Foto der Verpackung: VeloKickRun (Martin Lichtblau)

Die Montage der Schutzbleche am Rad ist so einfach wie genial. SKS verwendet hier weiche Gummischalen, die sich gut an die Gabel und die Hinterbau Streben anpassen. Ein Gummispanner wird um die Strebe geschlungen und fixiert, fertig.

SKS Raceblade XL Schutzbleche am Graveler montiert
Foto: VeloKickRun (Martin Lichtblau)

Die Schutzbleche stören die Optik des Rads nur wenig, zum Vergleich dazu die bisherige Lösung am Cyclocrosser:

Bianchi Zurigo Cyclocrosser mit Schutzblechen
Foto: VeloKickRun (Martin Lichtblau)

Zurück zu den SKS Raceblade Pro XL Schutzblechen.

Die Bilder zeigen die sehr einfache Montage. Ich habe die Schutzbleche bewusst sehr nah am Reifen montiert, denn Matsch möchte ich mit dem Rad nicht fahren, der Spritzschutz bei Nässe und Straßenschmutz ist mir wichtiger, sowie eine möglichst ungestörte Optik und gute Aerodynamik.

Die Metallstreben der Schutzbleche sind im Winkel und in der Länge verstellbar, die Fixierung erfolgt über kleine Inbusschrauben. Durch diese Flexibilität der Montage sollten die Schutzbleche an nahezu alle Gravel und Crossräder passen, sowie an Rennräder. Ich fahre auf meinem Rennrad 23mm Reifen, dafür wäre mir diese Schutzbleche deutliche zu breit und wuchtig.

Wie die Bilder zeigen, habe ich die beiden Schutzbleche eng an die Reifen angepasst, ich verspreche mir davon optimalen Spritzschutz.

Ein kleines Problem bleibt, wie die nachfolgenden Bilder zeigen:

Links im Bild das hintere Schutzblech zwischen den Hinterbau Streben, vorne das Schutzblech in der Gabel.

SKS hat sich die Konstruktion der Schutzbleche erkennbar gut überlegt, die Formgebung passt optimal zu 28″ Laufrädern und die Breite zu Rennrad Gabeln und Hinterbau Streben.

Mir erscheint der geringe Abstand zwischen dem Schutzblech und den Hinterbau Streben, bzw. der Gabel, als sehr knapp. Für den Spritzschutz passt das optimal, doch ich mache mir Sorgen um Scheuerstellen am Carbon Rahmen und der Gabel.

Abhilfe habe ich mit transparenter Schutzfolie geschaffen. Da man diese kaum im Bild erkennen kann, habe ich deren Anbringung blau in den Bildern markiert.

 

Soweit die Theorie, doch wie sieht die Praxis aus?

Die erste Ausfahrt mit dem aufgerüsteten Rad war recht überzeugend. Die Straße war nass, ich fuhr nach dem Regen los. Teilweise war die Straße schon etwas abgetrocknet, hier und da aber durchgängig nass, Pfützen und Spurrillen voller Wasser gab es ebenfalls.

Ich fuhr moderat, so konnte ich die Reifen nicht im Grenzbereich ausprobieren und strebe das auch künftig nicht an, ich lege Wert auf die Reserve an Sicherheit.

Die Laufeigenschaften der Reifen sind gut bis sehr gut, im direkten Vergleich zu den vorherigen 28mm Mavic Yskion wirken die Speed King CX nicht träger, während das Laufgeräusch minimal lauter ist. Laut kann man es nicht nennen, doch ein ganz feines „Sirren“ zu vernehmen, vermutlich resultierend von den Profilblöcken, während der vorherige Reifen glatt war.

Im Antritt und Sprint spricht das Rad gut an, natürlich nicht im Vergleich zu meinem Bianchi Renner mit 23mm Rennreifen, die deutlich agiler sind.

Eine Gefahrenbremsung habe ich nicht unternommen, während das normale Bremsverhalten ohne Tadel ist, also einwandfrei.

Wichtig ist mir auch die Schutzwirkung der Schutzbleche und dazu bin ich betont angenehm überrascht, die schützen das Rad und mich fast optimal. Vorne wäre eine kleine Verlängerung vor der Gabel sehr gut, doch diese fehlt meistens und ist sicherlich auch schwer realisierbar, insbesondere dann, wenn das Schutzblech an allen Gabeln passen soll, sie sind einfach zu verschieden.

Ist viel Wasser auf der Straße, spritzt ein Teil davon über das Profil des Vorderrads nach vorne aus dem Schutzblech hervor und kommt durch den Fahrtwind zu mir zurück, perfekt ist diese Lösung also nicht.

Die Schmutzfänger unten an den Schutzblechen sind zweckmäßig angebracht und erfüllen Ihren Zweck gut. Etwas Spritzwasser vom Vorderrad auf die Füße ist damit nicht zu vermeiden, wasserdichte Schuhe oder ersatzweise Gamaschen als Überzieher sind hier empfehlenswert. Ich habe für schlechtes Wetter und insbesondere den Winter warme wasserdichte Schuhe. Ist es bei milder Witterung nass, ziehe ich dünne Gamaschen über die Schuhe.

Ich werde weiterhin v viel Fahrfreude an der vorgestellten Lösung haben und ggf. später einmal dazu ergänzend berichten.

 

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